Krausse Teppichantiquitäten: Offerten
Krausse Teppichantiquitäten: Inspirationen
Krausse Teppichantiquitäten: Pressestimmen

Warum sind Teppiche sammelnswert?

Weil sie   eine verborgene Schönheit haben. Sie zu ergründen, das Besondere, Einzigartige in Erfahrung zu bringen ist eine spannungsreiche Aufgabe.
     
Weil sie   geknüpfte und gewebte Kunstwerke sind, die eine tradierte, geheimnisvolle
Formensprache aufweisen.
     
Weil sie   Farben eines unermesslich großen Kulturraums zeigen.
     
Weil sie   aus einem der sinnlichsten Materialien gearbeitet wurden. Wolle steht für
Wohlgenuss.
     
Weil sie   spürbar mit Herz, Seele und Geist gefertigt wurden und als ethnologischer Energieträger unsere Sinne inspirieren.

 

Welche Teppiche sind sammelnswert?

Teppiche sprechen in erster Linie das Gefühl an und nicht den Verstand des Betrachters. Das Empfinden dient als Basis und die Faszination als Richtschnur.

Grundsätzlich sind künstlerisch ausgewogene Unikate sammelnswert.
Woran erkennt man diese und welche Beurteilungskriterien gelten?

Wie die international anerkannten 4 C’s bei einem Brillanten

c = color (Farbe), c = carat (Größe), c = clearity (Klarheit), c = cut (Schliff)

können diese auch zur Beurteilung eines geknüpften oder gewebten Kunstwerkes herangezogen werden:

  c = color (Farbe)
c = carat (Wolle, Knüpfung)
c = clearity (Klarheit, künstlerische Ausgewogenheit)
c = condition (Zustand)

1. c = color - Farben

Grundsätzlich kommt es auf die Brillanz und die Leuchtkraft der Farben sowie auf die Farbvielfalt an. Die Farbstoffe sind pflanzlicher und tierischer Natur (Lac von der Kermes-Laus; Cochenille von der Cochenille-Laus). Als Richtschnur kann gelten, daß in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts und in früheren Jahrhunderten mit Recht von Färbekunst gesprochen werden kann. Diese Färbekunst führte zu einem Verfall mit dem Aufkommen der ersten Anilinfarben um 1860, mit dem gestiegenen Bedarf an Manufakturarbeiten, der teilweise erzwungenen Seßhaftigkeit der Nomaden und dem Bau von neuzeitlicher Infrastruktur.
Generell läßt sich sagen, daß je weiter ein geknüpftes Kunstwerk vor der Mitte des 19. Jahrhunderts entstanden ist, desto größer ist die Farbvielfalt und um so harmonischer wirken die Farbvariationen.

2. c = carat - Wolle, Knüpfung

Ein intaktes nomadisches Leben und das Ausnützen des natürlichen, gebirgigen Lebensraumes als Weidegebiete waren die Voraussetzungen, daß die Tiere bestes Futter vorfanden und als Schutz gegen die Kälte eine sehr strapazierfähige und zugleich glanzreiche Wolle produziert haben. Das Aufgeben von Weidegebieten und die erzwungene Seßhaftigkeit führten dazu, daß das Grundprodukt eines jeden Knüpf- oder Weberzeugnisses an Qualität verloren hat.
Grundsätzlich ist zu beobachten, daß je weiter ein geknüpftes Kunstwerk vor der Mitte des 19. Jahrhunderts entstanden ist, desto besser sind die Qualität, die Geschmeidigkeit und der beeindruckende Glanz der Wolle.

Eine feine Knüpfung allein macht einen Teppich nicht wertvoll. Dieses vermeintliche Qualitätskriterium wird für persische und türkische Manufakturware nur deshalb herangezogen, weil es ein meßbares Kriterium ist. Zur Beurteilung eines Teppichs als unverwechselbares Kunstwerk sind hingegen nicht nur Kennerschaft, sondern vielmehr auch Intuition, sinnliche Wahrnehmung und die Gefühlswelt von großer Bedeutung.

3. c = clearity - Klarheit, künstlerische Ausgewogenheit

Bei der Mustergestaltung kommt es vor allem auf authentische, tradierte Motive an, die in der jeweiligen Knüpfregion seit Jahrhunderten den Menschen immens viel bedeuteten. Archaisch anmutende und wuchtige Motive sind ‘weiterentwickelten’ vorzuziehen. Gleichzeitig ist aber auch eine Liebe zum Detail, zur filigranen Umrahmung eines Motivs festzustellen. Ebenso ist immer wieder zu beobachten, daß die Motive weitestgehend frei gestaltet sind, daß das Innenfeld nicht überladen erscheint, daß die Ecklösungen bei den Bordüren meist gut gestaltet sind und daß die Proportion, das Maß zwischen der Breite der Bordüren und der Breite des Innenfeldes sehr harmonisch aufeinander abgestimmt sind und daß selbst bei einer sehr symmetrischen Gestaltung durch Variationen oder Füllmotive die Gratwanderung zwischen Ordnung und Unordnung gewahrt bleibt. Diese unbekannten Knüpferinnen hatten einen ausgeprägten Kunstsinn. Sie gestalteten Kunst aus Tradition.

4. c = condition - Zustand

Ein perfekter Erhaltungszustand macht einen Teppich noch lange nicht zu einem Kunstwerk. Denn je ausgewogener und harmonischer ein Teppich gestaltet ist und je eher ein Teppich als unverwechselbares Kunstwerk einzustufen ist, desto älter ist er und desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, daß sein Zustand nicht ‘optimal’ sein kann.


Diese künstlerischen Gestaltungs- und Qualitätskriterien bestimmen einen sammelnswerten Teppich. Sie dienen zur Abgrenzung eines außergewöhnlichen, authentischen, stilvollen Kunstwerks von einer stilloser Massenproduktion. Diese hat schon in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts teilweise begonnen sich durchzusetzen.

Sammelnswert ist das authentische Unikat, das zu einer bestimmten Zeit als perfekte, gültige Schöpfung aus Leidenschaft entstanden ist und als zeitlose Antiquität überdauerte.

Sammeln bereitet Freude - und Freude rangiert auf der Präferenzskala höher als Kapital und Ertrag.